Mehrschüssige Luftpistole

Viel mehr als ein besonders gutes Trainingsmittel

Waffe: Mehrschüssige Luft- und CO2-Pistolen jeder Art Kaliber 4,5 mm (.177). Die äußeren Maße dürfen 200 mm Höhe, 420 mm Länge und 50 mm Breite nicht überschreiten. Gewicht maximal 1,5 kg, Abzugsgewicht frei.

Munition: Handelsübliche Geschosse beliebiger Form im Kaliber von maximal 4,5 mm.

Scheiben: Es wird auf 5 nebeneinander befindliche Klappscheiben geschossen. Die Scheibenmittelpunkte müssen sich auf gleicher Höhe befinden und einen Abstand von 300 mm ± 1 mm haben. Der Rand der Scheibenanlage muss mindestens 85 mm von den Scheibenzentren entfernt sein. Die Scheibenanlage ist rechteckig.
Die Klappscheibengrößen ergeben sich aus den Durchmessern der Blendenöffnungen. Nachwuchsbereich (Schüler, Jugend): 59,5 mm, Erwachsenenbereich (ab Junioren B): 40,0 mm.

Entfernung: 10 m.

Anschlag: Stehend freihändig (Fertighaltung).*

Programm: Schülerklasse: Ein 30-Schuss-Durchgang besteht aus 6 Serien in je 10 Sekunden. Ab Jugendklasse: Ein 60-Schuss-Durchgang besteht aus 12 Serien in je 10 Sekunden. Jede Serie besteht aus 5 Schüssen auf 5 Klappscheiben (s. Regel 2.16 SpO)


Eine Anlage für die Disziplin MLP 5 Foto: Rika

* Fertighaltung: Der Schütze senkt den Arm mit der Waffe um mindesten 45 Grad aus der Waagerechten, sofern es die Standbeschaffenheit zulässt.
In dieser Haltung erwartet der Schütze das Zudrehen der Scheiben oder das Signal zum Schießen, ohne den Arm zu beugen oder zu bewegen.
In dem Augenblick, in dem sich die Scheibe zu drehen beginnt oder ein Signal die Schießzeit startet, darf der Schütze die Pistole bewegen.

Quellen: DSB und Sportordnung


Der Arm an der Grenze, aber noch OK Quelle: ISSF



Die Mehrschüssige Luftpistole

Von einer Spar-Idee zur eigenständigen Disziplin und einer besonders herausragenden Trainingsmöglichkeit.
Sie ist eine ideale Vereinspistole.
Ca. 1980 begann in Bayern die Schwangerschaft der Mehrschüssigen Luftpistole als Trainingsmöglichkeit für die Olympische Schnellfeuerpistole.
Nach ca. 5 Jahren waren dann die ersten Prototypen auf dem Markt.
1991 wurde die Disziplin Mehrschüssige Luftpistole offiziell geboren. Der Bayerische Sportschützenbund führte sie auf seinen Meisterschaften durch.
1995 gab es dann die ersten Medaillen bei den Deutschen Meisterschaften mit der Mehrschüssigen Luftpistole.


Sven Bockelmann schießt persönliche Bestleistung mit der Mehrschüssigen Luftpistole bei den Deutschen Meisterschaften

Die Walther CP-5
Eine selbstladende Luftpistole der ersten Generation.
Die Vorgaben einer kostengünstigen Trainingsmöglichkeit für die olympische Schnellfeuerpistole sind gut zu erkennen.
Da ist der steile Griff und die Visierung der Walther Sportpistolen der damaligen Zeit.

Die Entwicklungen gingen weiter.
Die Firmen Feinwerkbau und Steyr stiegen ein und sind weiter am Diabolo.
Die Anlagenbauer nahmen sich auch der Disziplin an und so manche Idee und Elektronik kam mit ins Spiel.
Jetzt, wo beim Abzugsgewicht der Sport- und Schnellfeuerpistolen mind. 1000 Gramm gefordert sind, hat sich die Forderung nach einem geringen Abzugsgewicht bei der Mehrschüssigen Luftpistole überholt.
So ist die Pistole mit einem 1-Schuss-Magazin und einem Abzugsgewicht von mind. 500 Gramm auch als „normale“ Luftpistole einsetzbar.
So wird die Mehrschüssige Luftpistole zu einer idealen Vereinspistole.


Mit Einschuss-Magazin

Feinwerkbau P56 Steyr LP5
   

Bei den Deutschen Meisterschaften werden Titel nur noch in den Nachwuchsklassen vergeben.
Die meisten Landesverbande sind da aber vorausschauender. Schüler und Jugendliche werden sich sicherlich die Pistole nicht leisten können. So werden in den Verbänden zusätzliche Altersklassen geöffnet und besonders die Durchführung von Mannschaftswettbewerben beleben hier die Disziplin.
Darüber hinaus ist die Mehrschüssige Luftpistole auch eine sehr gute Präsentationsmöglichkeit z.B. beim „Tag der offenen Tür“ von Vereinen und Verbänden.
In Bayern wird über alle Bezirke der LÖWENBRÄU-Cup ausgeschossen. Der Namensgeber sponsert den Wettbewerb mit mehreren tausend Euro an Preisgeld.
Für das Pistolentraining in den Nachwuchsklassen ist die Mehrschüssige Luftpistole jedenfalls die ideale Basis für Spaß- und Leistungstraining.


Noch ein Vorteil: Die Disziplin ist sehr zuschauerfreundlich.

Auch ein langer Weg beginnt mit dem 1. Schritt Der NWDSB und der LV Hamburg schossen hier bei uns ihre 1. Landesmeisterschaften.


Die Mehrschüssige Luftpistole im Deutschen Behindertensportverband

Auch hier, bei den Schützen mit körperlichen Einschränkungen, wird diese Disziplin geschossen.
Unter der Bezeichnung " P5 " wird im DBS eine eigene Variante geschossen.
Es wird hier nicht auf Klapp- oder Fallscheiben geschossen. Die normale Luftpistolenscheibe ist hier das Ziel.
Beim DBS werden die fünf Schüsse innerhalb von 10 Sekunden auf diese Scheibe abgegeben.
Es werden acht Serien geschossen und nach 40 Wertungsschüssen gibt es das Ergebnis.
Der Ablauf ist hier wie bei der schnellen Zeiteinheit der Disziplin Standardpistole .


DBS-Wettkampf 2010 in Suhl

Ralf Schumann (Trainer beim Thüringer Schützenbund), hat anschließend doch einige Tipps für mich.


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