Die Olympischen Spiele

Die Olympischen Spiele sind gewiss eine der ältesten Sportveranstaltungen der Menschheit.
Sie wurden zuerst 776 v. Chr. dokumentiert und alle 4 Jahre zu Ehren des Zeus veranstaltet bis Kaiser Theodosius der Große sie im Jahre 393 verbot.
Damals bekam (nur) der Sieger einen Olivenzweig und Frauen waren ausgeschlossen.
Fast 1500 Jahre ruhten die Geister der Spiele.
1896 wurden die Olympischen Spiele mit den 1. Spielen der „Neuzeit“ in Athen wiedergeboren und der Traum von Pierre de Coubertin ging damit in Erfüllung.
Die Sportschützen sind Gründungsmitglieder dieser einzigartigen Bewegung. Schnellfeuerpistole und Pistole über 50 Meter gibt es noch heute.


Die Symbole der Olympischen Spiele wurden die 5 Ringe, je einer für die einzelnen Kontinente und das „göttliche“ Feuer.
Der Kampf um die Medaillen zieht jetzt alle 4 Jahre Milliarden von Menschen in seinen Bann.


Der Gigantismus stieß an seine Grenzen.

1988 griffen die Verantwortlichen ein. Die Beschränkung der Teilnehmer über Quotenplätze hielt Einzug.
Für uns Schützen wurden 390 Startplätze auf die weit über 100 Länder aus den 5 Kontinenten für die jetzt 15 Disziplinen verteilt. (Die Bogenschützen haben eine eigene Regelung.)
Es wurde auch eine Olympianorm (Mindestleistung zur Zulassung) festgelegt. Diese internationale Norm wird als MQS (Minimum Qualification Scores) abgekürzt.

Für die Olympischen Spiele 2012 werden 366 dieser 390 Quotenplätze über einen festen Schlüssel verteilt.
357 Start- bzw. Quotenplätze werden bei Weltcups sowie Kontinental- und Weltmeisterschaften vergeben.
Das ausrichtende Land bekommt als Bonus 9 garantierte Startplätze.


Quotenplätze für die Olympische Spiele Peking 2008

Wettbewerbe   Quote MQS
Luftpistole Männer 29 Startplätze 563 Ringe
Luftpistole Frauen 28 Startplätze 365 Ringe
Freie Pistole Männer 21 Startplätze 540 Ringe
Schnellfeuerpistole Männer 18 Startplätze 560 Ringe
Sportpistole .22 Frauen 24 Startplätze 555 Ringe
Luftgewehr Männer 26 Startplätze 570 Ringe
Luftgewehr Frauen 30 Startplätze 375 Ringe
3 x 40 Schuß Männer 25 Startplätze 1135 Ringe
3 x 20 Schuß Frauen 25 Startplätze 555 Ringe
60 Schuß liegend Männer 23 Startplätze 587 Ringe
Trap Männer 30 Startplätze 112 Treffer
Trap Frauen 18 Startplätze 58 Treffer
Skeet Männer 30 Startplätze 114 Treffer
Skeet Frauen 18 Startplätze 60 Treffer
Doppeltrapp Männer 18 Startplätze 118 Treffer
       
15 Disziplinen   366 Startplätze  

In den 2 Jahren vor den Olympischen Spielen, beginnend mit den 50. Weltmeisterschaften Aug. 2010 in München gewinnt jeder Weltcup-Sieger einen Startplatz für sein Land. Bei den jeweiligen Kontinental- und Weltmeisterschaften kommen für die vorderen Ränge (je nach Disziplin und Kontinent) 1 bis 5 Plätze hinzu.
Bei diesen Wettkämpfen können die Schützen auch die Olympianorm erfüllen.
(Die deutschen Bedingungen liegen aber höher)
Keiner, der hier erfolgreichen Schützen kann einen der olympischen Startplatze für sich persönlich erringen. Die gewonnene Startberechtigung geht an seinen nationalen Schützenverband.
Die einzelnen nationalen Verbände vergeben diese Plätze dann nach ihren eigenen Regeln.


Je Olympia-Wettbewerb kann ein Land aber nur 2 Startplätze erringen.
Bei Skeet und Trap der Frauen gibt es je Land sogar nur einen Platz.
Es können je Land also maximal 28 Schützen an den Olympischen Spielen teilnehmen.

Ein Schütze kann für sein Land auch nur einmal einen Startplatz erringen. Ist er wieder erfolgreich, geht das Startrecht automatisch an die Nation des nächsten Schützen ohne bisherigen Quotenplatz. So können manchmal auch noch Schützen außerhalb der Finalplätze „punkten“.


Peking Austragungsort der Olympischen Spiele 2008

Die restlichen 24 Startplätze vergibt eine Kommission des internationalen Schützenverbandes.
Es sollen hier „Härtefälle“ berücksichtigt werden. Z.B. Nationen, die überhaupt keinen Startplatz errungen haben oder Schützen, die mehrere Male nur sehr knapp solch einen Platz verfehlt haben. Auch Fehlentscheidungen können so noch ausgeglichen werden.
Die nationalen Schützenverbände müssen sich hier mit entsprechenden Begründungen beim internationalen Schützenverband (ISSF) um diese freien Plätze bewerben.
Zieht ein Land einen Starter zurück, wird dieser Platz auch hier erneut vergeben.
Über diese Startplätze wird erst kurz vor den „Spielen“ entschieden.

Soweit im Groben die internationalen Regelungen.


Du willst auch einmal bei den Olympischen Spielen starten?
Die Olympianorm (MQS) ist für dich keine Hürde?
Auf dem Weg nach London gilt es jetzt, die nationalen Hürden zu überwinden.
Da reichen ein überdurchschnittliches Talent, die professionelle Einstellung und das entsprechende Training oder Ergebnisse um den Weltrekord nicht immer aus.
Auch, wenn ein Quotenplatz errungen ist, es gibt kein automatisches Startrecht durch den Deutschen Schützenbund.

Durch Vereinbarung mit dem Deutschen Olympiakomitee werden zu den Spielen nur solche Schützen gemeldet, die ihre Finalchance in den Jahren vor Olympia nachgewiesen haben.
Du musst dem Top-Team angehören.
Die Zugehörigkeit zum Nationalkader reicht nicht aus.
Top-Team-Schütze wird, wer bei einem Weltcup, einer Europa- oder Weltmeisterschaften unter die ersten Acht, also ins Finale gekommen ist.


Es ist ein langer und harter Weg zu den Spielen

Davor ist aber auch noch eine Hürde.
Es gibt festgelegte Ausscheidungen und Qualifikationswettkämpfe mit einer geforderten nationalen Norm.
Es ist ganz einfach:
Bleibst du unter der Norm, bleibst du zu Haus.
Es werden keine Schützen mehr mitgenommen, nur um eine Mannschaft aufzufüllen.


Die nationalen Normen für die Pistolendisziplinen

Disziplin   Norm
Freie Pistole Männer 557 Ringe
Schnellfeuerpistole Männer 580 Ringe
Luftpistole Männer 581 Ringe
Luftpistole Frauen 381 Ringe
Sportpistole .22 Frauen 578 Ringe

Die geforderten Mindest-Ringzahlen orientieren sich am Durchschnittsergebnis von Platz 10 der letzten Weltcupsaison.


Soweit im Groben die nationalen Bedingungen.
Hast du jetzt alle Hürden erfolgreich genommen, werden dich sicherlich die Verantwortlichen beim Deutschen Schützenbund in die Feinheiten, wie z.B. Doppelstarts oder den Tausch von Disziplinen einweihen.
Wichtig für alle Nationen:
Es dürfen nicht mehr als 390 Schützen bei den Olympischen Spielen werden.

Nun viel Spaß bei Olympia




Sie errangen die bisherigen Quotenplätze Pistole

Disziplin 1. Schütze 2. Schütze  
Schnellfeuerpistole  
  Ralf Schumann Marco Spangenberg  
Freie Pistole      
       
Luftpistole    
  Artur Gevorgjan    
Luftpistole  
  Munkhbayar Dorjsuren Claudia Verdicchio  
Sportpistole .22    
  Stefanie Thurmann    
Fotos: DSB      
       



Das DSB Top-Team Pistole          
Schnellfeuerpistole
  Ralf Schumann Marco Spangenberg Mario Spangenberg Marcel Gölden Christian Reitz
Freie- / Luftpistole    
  Abdullah Ustaoglu Hans-Jörg Meyer Florian Schmidt    
Sport- / Luftpistole    
  Munkhbayar Dorjsuren Claudia Verdicchio Stefanie Thurmann    
Bundestrainer        
  Peter Kraneis        
Fotos: DSB          

Da es mehr Schützen im Top-Team als Startplätze bei Olympia gab, hat der Bundestrainer über Ausscheidungswettkämpfe "seine" Olympia-Starter gefunden.

Durche die Doppelstarts von Sonja Pfeilschifter (Ismaning) und Barbara Lechner (Triftern) springt Florian Schmidt auf den Olympia-Zug.


Das DSB-Aufgebot für Peking in den Pistolendisziplinen      
Schnellfeuerpistole  
  Ralf Schumann Christian Reitz  
Freie Pistole / Luftpistole  
  Hans-Jörg Meyer Florian Schmidt  
Sportpistole / Luftpistole
  Munkhbayar Dorjsuren Claudia Verdicchio Stefanie Thurmann
Bundestrainer    
  Peter Kraneis    

Peking, am Stand wird gebaut Foto: DSB


Alle Angaben ohne Gewähr, aber für Pistole
P-)))


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